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Name der Krankheit

Leishmaniose

Entdecker

Sir William Boog Leishman

Jahr der Entdeckung

1900 in Indien

Wo tritt die Krankheit auf?

In weiten Teilen der Tropen und der Subtropen, außer Australien. Für uns bedeutsam, im gesamten Mittelmeerraum. Durch Klimaveränderungen sind die Krankheitsübeträger, die Sandmücken, vereinzelt auch bereits bis nach Süddeutschland vorgedrungen.

Krankheitsüberträger

Sandmücken, eine Unterart der Schmetterlingsmücken

Inkubationszeit

sehr variabel: 5 Wochen bis zu 7 Jahre

Wer kann erkranken?

Mensch, Hund, Nager, andere Säugetiere

direkte Hund-Mensch-Übertragung

bisher nicht nachgewiesen

Symptome

Die Krankheit muß nicht zwangsläufig sofort oder alsbald nach der Infektion ausbrechen. Es kann Jahre dauern, bis erste Symptome sichtbar werden.

Die Symptomatik dieser Erkrankung ist leider nicht einfach. Die möglichen Symptome sind oftmals der Gestalt, daß sie leicht mit anderen. teils harmlosen Krankheiten verwechselt werden können. Das wiederum birgt die nicht zu unterschätzende Gefahr einer Fehldiagnose in sich. Daher gilt der dringende Rat: Immer den Tierarzt darüber informieren, daß der Hund aus dem Süden kommt, damit auch rechtzeitig Tests auf Leishmaniose in Erwägung gezogen werden können.

Typische Symptome sind: Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche, Durchfall, Erbrechen, Nasenbluten und rissige Nasenspiegel, verstärktes Krallenwachstum, Haarausfall rund um die Augen, an der Schnauze, am Hals und an den Beinen. An den kahlen Stellen bilden sich oftmals Ekzeme. Darüber hinaus kann es zu einer Milzvergrößerung und zu Lymphknotenschwellungen im Bereich der Kniekehlen kommen. 

Diagnose

Eine Infektion kann mittels der Bestimmung des Leishmaniosetiters festgestellt werden. Diese Methode ist aber nicht unbedingt als absolut sicher anzusehen. Es ist nämlich bereits beobachtet worden, daß Hunde ohne einem verdächtigen Titerwert zu haben, später dann doch noch an Leishmaniose erkrankt sind. Umgekehrt kann es aber auch sein, daß Hunde mit einem repräsentativen Titerwert ganz lange Zeit völlig ohne Symptome leben können. Ist die Erkrankung jedoch ausgebrochen, ist der Nachweis mittels einer Laboruntersuchung gut möglich.

Therapie

Viele erkrankte Hunde sprechen gut auf die Behandlung mit Allopurinol an Dieses Medikament dient in der Humanmedizin der Behandlung der Gicht. Die relativ preiswerten Tabletten zeigen oftmals bereits nach einer recht kurzen Behandlungszeit gute Wirkungen. Nicht selten ist ein völliges Verschwinden der Symptome zu beobachten. Der Hund ist damit aber leider keinesfalls geheilt. Trotzdem kann der Hund auf diese Weise noch recht alt werden, wenn seine inneren Organe durch die Krankheit nicht bereits all zu stark geschädigt wurden.

Ein weiteres, recht erfolgreich anwendbares Medikament ist Miltefuran, welches mit dem Futter verabreicht wird. Es können aber teils recht erhebliche Nebenwirkungen, wie z.B. Übelkeit und Erbrechen, auftreten.

Da eine direkte Übertragung der Krankheit von Hund zu Hund bzw. zum Menschen nicht erfolgen kann, können Sie Ihren infizierten oder erkrankten Hund ganz normal behandeln. Er darf auch Kontakt zu anderen Hunden haben und Sie düfen intensiv mit ihm kuscheln, denn auch das hilft ganz erheblich zur Genesung.

Heilungschancen

Die Erfolgsaussichten hängen immer davon ab, wie früh man sicher auftretende Symptome als Anzeichen von Leishmaniose erkennt. Es gibt Tiere, die weisen lange Zeit keine äußerlich erkennbaren Symptome auf. Dennoch sind die inneren Organe betroffen. Eine Heilung ist dann sehr ungewiß und in vielen Fällen zu spät.

Unbehandelt führt die Erkrankung unzweifelhaft zum Tod des Hundes.

Je nach dem Zeitpunkt des Beginns der Behandlung und dem Grad der Schädigung der inneren Organe ist eine völliges, lang anhaltendes Abklingen bis offensichtlich völliges Verschwinden der Symptome der Krankheit möglich. Die Hunde können dann oftmals noch sehr lange völlig beschwerdefrei leben. Eine völlige Genesung ist nach dem Stand der Wissenschaft derzeit jedoch nicht möglich.

Prophylaxe ist nur bedingt möglich. Da die Sandmücken i.d.R. am späten Abend und zum Übergang zur Nacht und am frühen Morgen besonders aktiv sind, empfiehlt sich, Hunde in südlichen Ländern in diesen Zeiten nach Möglichkeit in geschlossenen Räumen zu halten und Fenster und Türen nicht offen stehen zu lassen.

Darüber hinaus gibt es Halsbänder und Shampoos, die mittels bestimmter Wirkstoffe (Permethrin und Deltamethrin) vorbeugend wirken sollen. Auch damit ist nur eine bedingte Prophylaxe möglich.

Seit 2011 gibt es einen in Europa zugelassenen Impfstoff. Dieser kann injiziert werden, wenn der Hund zuvor auf Leishmaniose negativ getestet wurde. Der Impfstoff besteht aus Proteinen, die das Immunsystem des Hundes stärken sollen. Die Proteine werden als "fremd" erkannt und führen zur Bildung von Antikörpern.

Literatur

Angelika Henning, "Leishmaniose beim Hund: Erkennen, Verstehen, Behandeln"*

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