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Was können die Hunde aus dem Tierschutz erlebt haben?

Die Hunde aus dem Tierschutz hatten früher nur zum Teil einmal ein Zuhause. Ein Teil von ihnen sind echter Streuner, d.h. sie sind in der Natur geboren worden. Andere sind zu Streunerern gemacht worden, weil sie, teils nach einem schrecklichen Leben bei Menschen, im "besten Fall" einfach verjagt wurden. Viele von ihnen haben also Schreckliches erlebt. Entsprechend traumatisiert sind nicht wenige von ihnen. Für den neuen Eigentümer bedeutet dies, daß er sehr, sehr viel Geduld, Zeit und Verständnis aufbringen muß, um seinen neuen Schützling das Leben in Geborgenheit und Sicherheit glaubwürdig zu vermitteln. Bei manchem Hund geht das recht schnell. Bei anderen wiederum dauert und dauert es. Sie sollten dies unbedingt wissen, damit sie nicht die Geduld verlieren.

Viele der Auslandshunde wurden von Menschen, denen sie vertraut haben, einfach ausgesetzt oder wie Müll behandelt. Dieses Verstoßen-Werden, aus seinem Rudel verwiesen zu werden, verursacht bei den betroffenen Hund oftmals bereits eine traumatische Störung, die jeder Hund unterschiedlich schnell überwindet. Dabei kann es durchaus passieren, daß der eine oder andere Hund das Vertrauen zu Menschen gänzlich verloren hat. Vertrauen neu zu vermitteln, ist alles andere als einfach. Aber es funktioniert, wie das Beispiel von Hurano in dem E-Buch "Endstation Son Reus?"* zeigt.

Allgemein Beachtenswertes

Viele Hunde, insbesondere die, die sich als Steuner durchschlagen mußten, sind das Alleinsein gewohnt. Ihnen wird es nichts ausmachen, wenn Sie sie einfach auch mal zu Hause lassen. Es gibt aber auch Hunde, die unter ganz starken Verlustängsten leiden. Diese dürfen, jedenfalls ohne eine entsprechende Eignewöhnung, auf gar keinen Fall alleine gelassen werden, weil Sie damit die Verlustängste eher verstärken würden, als sie zu mildern. Können Sie Ihren Hund einmal absolut nicht mitnehmen, versuchen Sie ihn bei jemanden unter zu bringen, den der Hund bereits kennt. Das Training des Alleinseins funktioniert nur in anfänglich ganz kleinen Schritten. Der Hund wird nur ein paar wenige Minuten alleine gelassen. Nach und nach kann die Zeitspanne gesteigert werden, wenn sie merken, daß er die zuvor gewählte Alleinseinszeit gut überstanden hat.

Nicht selten sind Hunde aus dem Tierschutz in ihrem zurückliegendem Leben mißhandelt, geschlagen oder getreten worden. Diese schlimmen Erlebnisse lassen sich nicht von heute auf morgen überwinden. Das benötigt Zeit und Geduld. Beachten Sie bitte, unbedingt Bewegungen zu vermeiden, die der Hund als Bedrohung ansehen könnte. Mit unbedachten Handlungen kann man vieles wieder zerstören, was man mühevoll aufgebaut hat. Das über den Hund Beugen wird vom Hund überwiegend als Bedrohung angesehen. Machen sie sich also immer so klein wie möglich, wenn sie Kontakt zu ihrem Hund aufnehmen möchten und lassen Sie ihn zuerst an Ihnen schnuppern. Hunde sind Nasentiere und die Informationen, die sie mit der Nase aufnehmen, sind für sie am wichtigsten. Überhaupt sollte man besser darauf warten, daß der Hund selbständig zu Ihnen Kontakt aufnimmt, anstatt dies zu "erzwingen". Diese Ratschläge lassen sich nicht in jeder Situation gleich gut anwenden. Wenden Sie sie aber bitte dort und dann an, wo es problemlos möglich ist. Mehr zu dieser Problematik auch in dem o.g. E-Buch.

Problematisch kann es werden, wenn Sie bereits einen Hund im Haus haben, der auf den Neuen eifersüchtig reagiert. Vorbeugend hilft hier ein erstes Kennenlernen der Hunde auf neutralem Boden. Das nimmt auch den Druck aus der Situation, wenn der Neue dann zu Hause, also im Revier des Ersthundes angekommen ist. Die Zeit der Gewöhnung beider Hunde aneinander kann aber schon eine Weile dauern. Sie sollten daher Geduld haben. Behandeln Sie Ihren Ersthund wie immer. Auch hilft es oftmals, wenn er als erster mit Streicheleinheiten dran ist, weil er es ja so gewohnt ist.

Ein weiteres Problem, was sich zeigen kann, ist die mangelhafte Stubenreinheit. Eigentlich verschmutzen Hunde ihre "Wohnung" nicht. Im Tierheim haben die Hunde keine andere Möglichkeit, als ihre Geschäfte im Zwinger zu machen. Da kann es schon mal vorkommen, daß der Hund sich in der ersten Zeit auch in der Wohnung löst. Auch wenn es schwer fällt, sehen sie es gelassen. Ihr Hund will sie nicht ärgern. Er kannte es über längere Zeit nicht anders und es dauert eine Weile, bis er wieder den richtigen Rhythmus gefunden hat. Falls nötig, gehen Se lieber ein paar Male mehr nach drau0en, als sie es sonst tun würden und zeigen sie dem Hund Stellen, wo er sich lösen kann. Das hilft i.d.R. recht bald.

Der Hund kann kurz nach der Ankunft bei Ihnen zu Hause Durchfall haben. Dieser kann auch in den Folgetagen immer mal wieder auftreten. Die Ursachen hierfür liegen zum einen im Reisestreß aber auch in der Futterumstellung. Dauert der Durchfall jedoch mehr als 2 Tage ununterbrochen an, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Das erst recht, wenn Sie im Kot Blut entdecken, denn das deutet auf etwas Ernsthaftes hin. Aber auch der gewöhnliche Durchfall kann, wenn er länger andauert, gefährlich werden, denn Austrocknung droht. Durchfall kann aber auch durch die parasitären Giardien entstehen, die mittlerweile auch in Deutschland heimisch sind, wenngleich sie im viel stärkeren Maße in südlichen Ländern vorkommen. Sie lassen sich in einem Schnelltest durch den Tierarzt leicht nachweisen und sind medikamentös zuverlässig behandelbar.

Der EU-Heimtierausweis

Jeder Hund, der aus dem Ausland nach Deutschland kommt, muß über einen EU-Heimtierausweis verfügen. Dieser muß die Daten zum Hund (Name, Rasse, Farbe usw.), die Chipnummer und die verabreichten Impfungen mit Datum und Art der Impfung enthalten. Bei Hunden im Alter über 6 Monate wird auch der Leishmaniosetest eingetragen. Bei Erhalt des Heimtierausweises sollten Sie diesen sofort einmal durchblättern und nachschauen, ob alle Eintragungen vorhanden sind. Ist das nicht der Fall, muß dies sofort bei der Tierschutzorganisation reklamiert werden, damit eine Klärung des Sachverhaltes erfolgen kann.

Die Entwurmung

Eine regelmäßige Entwurmung, wie es früher einmal empfohlen wurde, ist heute nicht mehr angezeigt. Da eine langanhaltende Prophylaxewirkung nicht nachgewiesen werden konnte, bedeutet eine Entwurmung ohne hinreichenden Anlaß eine unnötige medikamentöse Belastung des Hundes. Entwurmt werden muß gewöhnlich nur, wenn sich Anzeichen eines Wurmbefalls zeigen. Eine Ausnahme besteht jedoch bei den Hunden aus dem Süden. Diese werden vor ihrer Reise nach Deutschland entwurmt, weil die meisten von ihnen einen Wurmbefall hatten. Da die erste Wurmkur aber nur die Würmer an sich abtötet, nicht aber die Wurmeier, sollte ungefähr nach 4 Wochen nach Ankunft im neuen Zuhause nochmals eine Entwurmung erfolgen. Danach ist es dann i.d.R. nur bei Wurmbefall noch nötig.

Impfungen

Auch Impfungen und insbesondere deren Häufigkeit sind heute Thema einer breiten Diskussion. Das Motto "viel hilft auch viel" ist wie auch bei anderen Medikamenten fehl am Platze. Impfungen müssen im Prinzip schon sein, doch sollte man darauf achten, den Hund nicht übermäßig mit Imprstoff "voll zu pumpen". Die meisten Impfungen haben heutzutage eine Wirksamkeitsdauer von mehr als einem Jahr, so daß die jährliche Spritze i.d.R. nicht mehr nötig ist. Selbst Impfstoffe, die von den Herstellerlabors mit einer Wirksamkeitsdauer von einem Jahr angegeben werden, haben sich als über teilweise 3 bis 5 Jahre wirksam erwiesen. Wenn Ihnen diese Dauer zu lang und zu ungewiß erscheinen sollte und Sie sicherheitshalber keine 3 bis 5 Jahre warten wollen, denn sollten Sie aber nicht vor 2 Jahren eine Wiederholungsimpfung vornehmen lassen. Sogenannte Nachimpfungen bereits im Herkunftsland geimpfter Hunde nach Ankunft in Deutschland sind nicht nötig, auch wenn Ihr Tierartz evtl. anderer Meinung sein sollte. Der Impfstoff, der zumindest im europäischen Ausland benutzt wird, unterscheidet sich nicht von dem, der in Deutschland verwendet wird.

Weitere Hinweise

Führen Sie Ihren Hund in den ersten Wochen beim Spaziergang ständig an der Leine. Auch wenn schon eine Bindung zu Ihnen aufgebaut ist und sie sich sicher fühlen, daß der Hund nicht weglaufen würde, kann dies dennoch durch ungewohnte Geräusche oder Ereignisse passieren. Einen Hund in Panik auf der Flucht wieder einzufangen, stellt sich meistens recht schwierig dar. Wenn Sie Ihrem Hund ausreichend Bewegung verschaffen wollen und das sollten Sie auch tun, gehen Sie nach Möglichkeit auf einen eingezäunten Hundeplatz. Diese gibt es leider nicht wie Sand am Meer, aber eine Internetsuche ist oftmals recht hilfreich. Es gibt auch da und dort Hundevereine, die für kleines Geld auf ihrem eingezäunten Vereinsgelände sogenannte Hundespielstunden anbieten.

Auch sollte man seinen Hund aus dem Süden niemals vor einem Laden während des Einkaufens anbinden. Es könnte sein, daß gerade ihr Hund angeleint ausgesetzt wurde und sich jetzt daran erinnert. Er gerät dann möglicherweise in Panik, beißt vielleicht so die Leine durch und läuft kopflos weg. 

 Weitere Hinweise finden Sie in dem o.g. E-Buch "Endstation Son Reus?"* u.a. auch Hundeschule, Erziehungsfragen u.v.m.

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