Aktualisierung der Empfehlungen zur klinischen Behandlung der Leishmaniose bei Hunden
Die canine Leishmaniose ist weiterhin eine der bedeutendsten durch Vektoren übertragenen Krankheiten und stellt eine Bedrohung für Hunde weltweit dar.
In diesem Zusammenhang hat die Canine Leishmaniosis Working Group (CLWG) eine Aktualisierung ihrer praktischen Empfehlungen für klinisch tätige Tierärztinnen und Tierärzte zur Diagnose, Behandlung und Prävention dieser Erkrankung veröffentlicht.
Zu den Experten der Gruppe gehört der Tierarzt Xavier Roura, die Arbeit wurde von Ecuphar unterstützt.
Das Dokument enthält praxisorientierte Leitlinien, die auf wissenschaftlicher Evidenz und der in den letzten 15 Jahren von den Mitgliedern der Gruppe gesammelten klinischen Erfahrung basieren.
Hauptziel dieser Empfehlungen ist es, Tierärzte beim klinischen Management der caninen Leishmaniose zu unterstützen und die diagnostischen, therapeutischen und präventiven Vorgehensweisen bei dieser Zoonose, die durch den Protozoen Leishmania infantum verursacht wird, zu vereinheitlichen.
Die Canine Leishmaniosis Working Group wurde im November 2005 gegründet, mit dem Ziel, einen wissenschaftlichen, evidenzbasierten Konsens über Diagnose und Management der Erkrankung zu entwickeln.
Seitdem hat die Gruppe verschiedene Arbeiten zur Diagnose, klinischen Klassifikation, Behandlung, Prognose und Prävention der Leishmaniose beim Hund veröffentlicht.
Die neuen Empfehlungen schließen Hunde in allen Krankheitsstadien ein, von seropositiven, nicht infizierten Tieren bis hin zu infizierten, erkrankten und schwer erkrankten Hunden.
Nach Angaben der Autoren ermöglicht das klinische Klassifikationssystem des CLWG die Unterscheidung zwischen infizierten Hunden und klinisch erkrankten Hunden, im Unterschied zu anderen Systemen, die nur Tiere mit bereits bestehender klinischer Erkrankung klassifizieren.
Das Dokument betont zudem, dass die verschiedenen Krankheitsstadien nicht dauerhaft sind und sich im Laufe des Lebens eines Hundes verändern können, abhängig von zahlreichen Faktoren wie Alter, Leben in endemischen Gebieten, Lebensstil, Vorliegen von Begleiterkrankungen oder den eingesetzten Behandlungen.
In diesem Sinne sollen die Empfehlungen Klinikern helfen zu beurteilen, ob ein Hund tatsächlich an Leishmaniose leidet und eine spezifische Behandlung gegen Leishmania benötigt.
Dieser Ansatz trägt laut der Gruppe dazu bei, Überbehandlungen zu vermeiden und damit das potenzielle Risiko für die Entstehung von Arzneimittelresistenzen zu senken. Außerdem weisen sie darauf hin, dass diese Strategie auch zu geringeren Kosten für die Besitzer sowie zu einer Verringerung möglicher behandlungsbedingter Nebenwirkungen führen kann.
Die Experten betonen ebenfalls, dass der epidemiologische und klinische Kontext stets individuell bewertet werden muss, unter Berücksichtigung der jeweiligen gesetzlichen Vorgaben jedes Landes zur Behandlung und Meldepflicht der Erkrankung.
Die aktualisierten Empfehlungen des CLWG wurden von allen Mitgliedern der Gruppe einstimmig angenommen und sollen Diagnose, Behandlung und Prävention der caninen Leishmaniose praxisnah zusammenfassen, um die tägliche Arbeit von Tierärzten in der Klinik zu erleichtern.
Das komplette Dokumente in englischer Sprache findet man unter diesem Link (PDF).
R.B.
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