Das sind die häufigsten Erkrankungen, die bei Katzen zu Zahnextraktionen führen
Mit dem wachsenden Interesse und der zunehmenden Bedeutung der veterinärmedizinischen Zahnheilkunde hat sich die Diagnose und Behandlung von Mundkrankheiten zu einem wichtigen Forschungsthema in der Betreuung von Haustieren entwickelt.
Tatsächlich zeigt sich die Relevanz dieses Themas daran, dass Zahnerkrankungen bei Haustieren sehr häufig auftreten – so berichten Studien, dass mehr als 70 % der Katzen an irgendeiner Form von Zahnpathologie leiden.
Nun hat die Fachzeitschrift Frontiers in Veterinary Science eine Studie veröffentlicht, deren Ziel es war, die Häufigkeit von Erkrankungen zu ermitteln, die zu Zahnextraktionen bei einer großen Population von Katzen führen, und dabei auch die damit verbundenen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Rasse und Zahnposition zu analysieren.
Für die Untersuchung wurden alle Katzen einer vollständigen zahnärztlichen Untersuchung sowie Röntgenaufnahmen des gesamten Gebisses unterzogen, um ihre Mundgesundheit zu bewerten. Jeder Zahn wurde nach seinem primären pathologischen Zustand klassifiziert, und die Extraktion erfolgte auf Basis spezifischer klinischer Kriterien für jede Erkrankung.
Die Zahnextraktionen wurden anschließend unter Berücksichtigung des jeweiligen Zahnzustands mit geeigneten Methoden durchgeführt. Für eine detaillierte Auswertung führten die Forschenden eine vergleichende Analyse durch, wobei Faktoren wie Geschlecht, Alter, Rasse und Zahnposition berücksichtigt wurden.
Die Ergebnisse zeigten, dass Parodontitis (33,41 %), chronische feline Gingivostomatitis (32,40 %) und Zahnresorption (15,21 %) die drei häufigsten Gründe für Zahnextraktionen bei Katzen waren.
Die Häufigkeit von Parodontitis und Zahnresorption nahm mit zunehmendem Alter deutlich zu, während die chronische feline Gingivostomatitis mit dem Alter tendenziell abnahm.
„Parodontitis wurde am häufigsten an den ersten oberen Molaren und den unteren Schneidezähnen beobachtet, und am seltensten an den Eckzähnen – ohne signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern oder Rassen“, erläutern die Forschenden.
Die chronische feline Gingivostomatitis trat häufiger bei kurzhaarigen Hauskatzen auf und betraf nicht kastrierte Katzenweibchen etwas häufiger als sterilisierte. Hinsichtlich der Zahnposition ergaben sich jedoch keine signifikanten Unterschiede.
Was die Zahnresorption betrifft, so trat sie am häufigsten am dritten unteren Prämolaren auf, ebenfalls ohne signifikante Geschlechtsunterschiede. Zwar zeigten einige Rassen eine höhere Prävalenz von Zahnresorption, jedoch war die Verteilung innerhalb der Rassen unterschiedlich.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung einer altersgerechten Zahnpflege bei Katzen und hebt hervor, dass weitere Untersuchungen nötig sind, um Zusammenhänge zwischen Ernährung, Genetik und Mundgesundheit zu erforschen.
„Ein besseres Verständnis dieser Zusammenhänge kann dazu beitragen, die allgemeine Gesundheit und Lebensqualität von Katzen zu verbessern“, schließen die Forschenden.
R.B.
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