Hunde aus Kreuzungsrassen weisen mehr Verhaltensauffälligkeiten auf als reinrassige Hunde
Eine aktuelle Studie hat das Verhalten einiger sogenannter Designer-Mischlingshunde untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass diese möglicherweise mehr Probleme aufweisen als reinrassige Hunde. Die Untersuchung, die auf Umfragen zu Cockapoos, Cavapoos und Labradoodles basiert, zeigt, dass diese Kreuzungen mehr unerwünschte Verhaltensweisen aufweisen als mindestens eine ihrer Ausgangsrassen. Besonders schlecht schnitten dabei die Cockapoos ab. Die Studie wurde von Gina Bryson vom Royal Veterinary College im Vereinigten Königreich geleitet und in der Open-Access-Zeitschrift PLOS One veröffentlicht.
Diese hybriden Hunde, die weltweit immer beliebter werden, entstehen durch die Kreuzung von reinrassigen Pudeln mit anderen Rassen wie Cavalier King Charles Spaniels, Labrador Retrievern und Cocker Spaniels. Ihr wachsender Erfolg beruht unter anderem auf der Annahme, dass sie günstigere Eigenschaften besitzen, etwa leichter erziehbar sind oder besser mit Kindern auskommen. Bislang gab es jedoch nur wenige wissenschaftliche Studien, die diese Wahrnehmungen systematisch untersucht haben.
Um dieser Frage näher nachzugehen, analysierten die Forschenden Daten aus Umfragen von cHaltern von insgesamt 9.402 Hunden im Vereinigten Königreich. Dabei wurde der „Canine Behavioral Assessment and Research Questionnaire“ (C-BARQ) verwendet, ein etabliertes Instrument zur Erfassung verschiedener Verhaltensmerkmale. Auf dieser Grundlage wurden zwölf Verhaltensmerkmale zwischen den Kreuzungen und ihren Ausgangsrassen verglichen.
ANALYSE DES HUNDEVERHALTENS
Die Ergebnisse zeigten, dass in 44,4 % der Vergleiche die Mischlingshunde mehr Verhaltensprobleme aufwiesen als ihre reinrassigen Vergleichstiere. In lediglich 9,7 % der Fälle zeigten sie weniger Probleme, während in 45,8 % keine signifikanten Unterschiede festgestellt wurden. Unter den untersuchten Kreuzungen fielen die Cockapoos besonders negativ auf: Sie schnitten in 16 von 24 Verhaltenskategorien schlechter ab, darunter Aggressivität gegenüber dem Besitzer oder Fremden sowie eine erhöhte Erregbarkeit.
Die Cavapoos zeigten in 11 von 24 Verhaltensmerkmalen schlechtere Ergebnisse, insbesondere in Bezug auf Erregbarkeit, Trennungsangst und Angst gegenüber anderen Hunden. Labradoodles hingegen wiesen zwar in fünf Bereichen schlechtere Werte auf, erzielten aber gleichzeitig in sechs Kategorien bessere Ergebnisse, etwa eine geringere Aggressivität im Vergleich zu reinrassigen Pudeln.
Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse betonen die Forschenden die Notwendigkeit, das Bewusstsein für mögliche Verhaltensprobleme bei dieser Art von Hunden zu schärfen. Ziel sei es, das Tierwohl zu verbessern und ein sicheres sowie harmonisches Zusammenleben zu fördern. Zugleich weisen sie darauf hin, dass zukünftige Studien das Verständnis für das Verhalten von Mischlingshunden weiter vertiefen werden.
C.S.
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