Leishmaniose: Neue Wege in Forschung, Diagnostik und Prävention

Veröffentlicht am : 13. November 2025
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Eine parasitäre Krankheit mit globaler Bedeutung

Die Leishmaniose zählt zu den bedeutendsten zoonotischen Infektionskrankheiten der Welt. Verursacht durch einzellige Parasiten der Gattung Leishmania und übertragen durch Sandmücken (Phlebotomen), betrifft sie sowohl Menschen als auch Tiere. Hunde und Katzen, aber auch zahlreiche Wildtiere können als sogenannte Reservoirwirte fungieren – das heißt, sie tragen den Erreger in sich, ohne selbst Krankheitszeichen zu zeigen.

In vielen Regionen rund um das Mittelmeer, darunter auch Spanien und Israel, stellt die Leishmaniose ein anhaltendes veterinär- und gesundheitspolitisches Problem dar. Ihr komplexer Übertragungszyklus und die Vielzahl beteiligter Tierarten erschweren eine wirksame Kontrolle – umso wichtiger sind neue, präzise Diagnose- und Überwachungsmethoden.

Fortschritt aus Israel: Ein neues Diagnosesystem

Ein Forschungsteam um Professor Gad Baneth von der Hebräischen Universität Jerusalem hat nun eine Methode entwickelt, die das Verständnis dieser Krankheit deutlich verbessert. Gemeinsam mit dem Entomologischen Labor des israelischen Gesundheitsministeriums stellten die Wissenschaftler ein innovatives molekulares Verfahren vor, das in der Fachzeitschrift PLOS Neglected Tropical Diseases veröffentlicht wurde.

Das Verfahren, eine hochauflösende Schmelzkurvenanalyse (HRM-PCR), ermöglicht es, gleich mehrere Informationen aus einer einzigen Blutprobe zu gewinnen:

  • die genaue Bestimmung der Sandmückenart,
  • den Nachweis von Leishmania-Parasiten,
  • und die Identifizierung der Blutquelle, also von welchem Tier oder Menschen das Insekt Blut gesaugt hat.

Damit ersetzt die Methode traditionelle, zeitaufwendige Untersuchungsverfahren durch ein schnelles und kostengünstiges Diagnosesystem mit hoher Genauigkeit.

„Durch die Verbindung von veterinärmedizinischer und öffentlicher Gesundheitsüberwachung können wir den Weg des Parasiten vom Tier über das Insekt bis zum Menschen mit bisher unerreichter Präzision nachvollziehen“, erklärt Professor Baneth. „Diese Methode verändert grundlegend, wie wir zoonotische Krankheiten im Feld beobachten und kontrollieren.“

In der Studie wurden rund 2.000 Sandmücken aus ganz Israel analysiert. Dabei identifizierten die Forschenden 12 Phlebotomenarten, vier Leishmania-Arten und 25 unterschiedliche Blutquellen – darunter Hauskatzen, Rinder, Hasen und Klippschliefer. Das HRM-System erreichte eine Erfolgsquote von 96,7 Prozent bei der Bestimmung der Blutquellen – ein bedeutender Fortschritt für One-Health-Studien, die Tier- und Humanmedizin eng miteinander verknüpfen.

Ein Gesundheitsproblem, das Tierärzte und Ärzte verbindet

Leishmaniose ist eine Krankheit, die an der Schnittstelle zwischen Veterinär- und Humanmedizin liegt. Die neue HRM-Technologie erlaubt es, Infektionsmuster frühzeitig zu erkennen und gezielte Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Für Tierärztinnen und Tierärzte eröffnet sie neue Einblicke in die „Ökologie der Infektion“ – also in das Zusammenspiel von Tier, Parasit und Umwelt.

„Die schnelle und präzise Identifizierung infizierter Insekten und tierischer Reservoirwirte erlaubt es uns, neu entstehende Infektionsherde frühzeitig zu erkennen und sowohl Tier- als auch Menschenpopulationen besser zu schützen“, betont Baneth.

Die Forschungsmethode bietet zudem ein Modell, das sich auf andere Regionen übertragen lässt, in denen die Leishmaniose endemisch ist. Durch die Verbindung von Laboranalysen und Feldbeobachtung leistet sie einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten.

Ausbildung und Bewusstseinsbildung: Wissen schützt

Neben der Forschung spielt auch die fachliche Weiterbildung eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Leishmaniose. Nur durch aktuelles Wissen können Tierärzte Infektionen frühzeitig erkennen und Ausbreitungen verhindern.

In Spanien engagieren sich mehrere Tiergesundheitsunternehmen in diesem Bereich.
So setzt LETI Pharma auf kontinuierliche wissenschaftliche Fortbildung und organisiert regelmäßig Workshops und Fachveranstaltungen – darunter die kommende Fortbildung zur Leishmaniose an der Fakultät für Veterinärmedizin der CEU Cardenal Herrera, die am 13. November stattgefunden hat.

Auch Petia Vet Health unterstützt die berufliche Weiterbildung: In verschiedenen Veterinärkammern Spaniens fanden in diesem Jahr Seminare statt, die sich mit dem klinischen Management der kaninen Leishmaniose befassten.

Fazit

Die Kombination aus technologischen Innovationen und kontinuierlicher Ausbildung könnte ein Wendepunkt im Kampf gegen die Leishmaniose sein.
Das neue israelische HRM-Diagnosesystem zeigt, wie eng Tier- und Humanmedizin zusammenwirken müssen, um zoonotische Erkrankungen besser zu verstehen – ein Paradebeispiel für den One-Health-Ansatz, der die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt als untrennbar miteinander verbunden begreift.

C. S.

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