Missstände im Tierheim Son Reus sorgen für Proteste in Palma

Veröffentlicht am : 14. Januar 2026
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„Die derzeitige Situation im städtischen Tierheim Son Reus in Palma de Mallorca hat eine Welle tiefer Empörung ausgelöst. Zahlreiche Stimmen werfen der Stadtverwaltung von Palma – aktuell geführt von der Partido Popular – eine andauernde Fehlverwaltung vor und machen sie direkt verantwortlich für das Chaos in einer Einrichtung, die eigentlich dem Tierschutz dienen sollte.

Zu den am häufigsten beanstandeten Missständen zählt eine völlig veraltete offizielle Website, die nicht den tatsächlichen Bestand an Tieren wiedergibt – besonders im Fall der Katzen. Die veröffentlichten Zahlen stimmen nicht mit den vorhandenen Käfigen überein, was Adoptionen erheblich erschwert.

Ein weiterer zentraler Punkt ist der gravierende Personalmangel. Das Diensttelefon wird nicht beantwortet, Besucherinnen und Besucher vor Ort stehen stundenlang in der Schlange, da oft nur eine einzige Person das gesamte Publikum bedienen muss. Das frustriert gleichermaßen Nutzer wie Beschäftigte.

Auch die Zustände für die Tiere selbst werden als unwürdig beschrieben:

  • Hunde ohne Futter und Wasser
  • Katzen, die mit Hundefutter gefüttert werden
  • Kranke oder gar nicht versorgte Tiere, die teilweise sterben
  • Schmutzige Käfige, voller Urin und Exkremente
  • Hunde, die ohne jede Begründung nicht nach draußen kommen

Besonders alarmierend ist der Vorwurf, dass Hunde in katastrophalem Zustand wieder an ihre eigenen Misshandler zurückgegeben werden – ohne Strafe, ohne Entzug des Tiers – ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und die gesetzlichen Bestimmungen im BOE.

Auch die Mitarbeitenden leiden. Viele geben ihren Posten entmutigt auf, während freiwillige Helfer – die keinerlei Vergütung erhalten – unter Druck geraten. Wer versucht, die Zustände zu dokumentieren und Beweise vorzulegen, wird ausgeschlossen und verliert damit die Möglichkeit, weiterhin zu helfen.

Zwar existieren offizielle Anzeigen, doch auch hier wird Untätigkeit beklagt. Da die Verfahren vom Rathaus abhängen, würden sie nicht vorankommen – selbst wenn eindeutige Belege vorliegen.

Besonders schockierend ist der Bericht einer Bürgerin: Ihre Tochter brachte ein Katzenbaby zur Implantation des Chips und zur Impfung, mit offiziell vereinbartem Termin. Obwohl sie pünktlich war, musste sie über zwei Stunden warten. Das Tier, im Transportkorb eingesperrt, urinierte und kotete aus Stress und Angst, war völlig verstört und kehrte in einem erbärmlichen Zustand nach Hause zurück.

Diese endlosen Wartezeiten führen mittlerweile dazu, dass viele Adoptionen nicht zustande kommen – Menschen gehen frustriert und erschöpft wieder, wodurch sich die Überlastung des Tierheims noch verschärft.

Besonders dramatisch ist die Lage der Katzen. Es wird ein völliger Kontrollverlust beschrieben: Tiere, die nicht auf der Website erscheinen, falsch gekennzeichnete Käfige und eisige Temperaturen, während niemand eingreift, um weiteres Sterben zu verhindern. Die fehlenden Mittel und das fehlende Personal machen Son Reus zu einem unwürdigen Ort – selbst für Menschen. Eine Mutter schildert, wie sie betteln musste, damit ihre kleine Tochter während einer mehr als anderthalbstündigen Wartezeit nicht draußen in der Kälte stehen musste.

Angesichts dieser Zustände kritisieren Bürger offen die Passivität von Parteien und Tierschutzgruppen wie PACMA oder Progrés en Verd. Man wirft ihnen vor, keine Mobilisierungen zu organisieren, keine politischen Konsequenzen einzufordern und insgesamt zu wenig zu tun – trotz ihres Anspruchs, Tiere zu schützen.

Die Frage, die im Raum steht, lautet: Worauf wird gewartet?

Die Sorge wächst, dass sich die Situation zu einem größeren gesellschaftlichen Konflikt entwickeln könnte. Und wie so oft sind es die Unschuldigsten, die am meisten leiden: die Tiere.

Die Bürger fordern, dass diejenigen, die rechtlich und moralisch verpflichtet sind zu handeln, endlich tätig werden, Untersuchungen einleiten und dem Geschehen im städtischen Tierheim von Palma de Mallorca unverzüglich ein Ende setzen.“

Das Vorstehende ist eine Übersetzung eines Artikels auf der Website „Periodico Balear“ vom 14. Januar 2026. Für die Richtigkeit der Ausführungen ist einzig das Magazin „Periodico Balear“ verantwortlich. Sollten diese, auch nur zum Teil, zutreffend sein, dürfte dringender Handlungsbedarf geboten, damit die Festlegungen des Tierschutzgesetzes (Ley 7/2023) künftig eingehalten werden.

F.S.

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