Neues Informationsmaterial zu giftigen Pflanzen und moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Vergiftungen

Veröffentlicht am : 15. November 2025
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Neues Faltblatt des COVB: Giftige Pflanzen im Überblick

Der Offizielle Tierärzteverband von Barcelona (COVB) hat ein neues Informations-Faltblatt über giftige Pflanzen für Hunde und Katzen veröffentlicht. Entwickelt wurde es von Gina Torrents Pineda im Rahmen ihrer Abschlussarbeit im Studiengang Veterinärmedizin an der Autonomen Universität Barcelona (UAB), unterstützt durch den COVB. Das Material wird künftig den tierärztlichen Einrichtungen zusammen mit Bestellungen für veterinärmedizinische Produkte beigelegt.

Ein praxisnaher Leitfaden für Fachleute und Tierhalter

Der kompakte Ratgeber richtet sich sowohl an Tierärztinnen und Tierärzte als auch an Tierhalter. Er bietet einen übersichtlichen Einstieg in jene Pflanzen, die am häufigsten mit Vergiftungen in Verbindung stehen, beschreibt typische Warnzeichen und enthält konkrete Empfehlungen zur Prävention und zum Notfallmanagement. Ziel ist es, Tierhalter zu sensibilisieren und Praxen mit ergänzendem Informationsmaterial auszustatten.

Teil eines größeren Forschungsprojekts

Das Faltblatt ist eingebettet in eine umfassendere Untersuchung zu pflanzenbedingten Vergiftungen im Raum Barcelona. Diese zeigt, wie groß der Bedarf an gut verständlichem, wissenschaftlich fundiertem Informationsmaterial für Fachkräfte und Haustierfamilien inzwischen ist.

Kooperation zwischen COVB und UAB

Grundlage für das Projekt ist ein Kooperationsabkommen zwischen dem COVB und der Autonomen Universität Barcelona. Unterzeichnet von COVB-Präsident Joan Mesià und UAB-Rektor Javier Lafuente Sancho, unterstützt es Initiativen zur Stärkung der Ausbildung und Begleitung zukünftiger Tierärztinnen und Tierärzte. Dazu zählen:

  • Berufsorientierung ab dem vierten Studienjahr
  • Praktika in tierärztlichen Einrichtungen
  • Fachveranstaltungen zu Berufsperspektiven, Kundenkommunikation und Berufsethik
  • Ein beitragsfreies erstes Jahr der Verbandsmitgliedschaft für neue Absolventinnen und Absolventen
  • Eine gemeinsame Kommission zur Planung weiterer Aktivitäten

Wie Tierärzte Vergiftungsfälle effizienter managen können

Warum klinische Werkzeuge unverzichtbar sind

Aufklärung und Prävention sind wichtig – doch wenn ein Tier bereits eine toxische Substanz aufgenommen hat, bleiben schnelle, verlässliche klinische Maßnahmen entscheidend. Genau hier setzt die jüngere Entwicklung innerhalb der Veterinärmedizin an.

Beispiel Clevor: Ein nicht invasives Emetikum

Eine der aktuell praxistauglichsten Lösungen ist Clevor, ein augentropfenbasiertes Emetikum des Herstellers Ecuphar. Es ist speziell für Hunde entwickelt und ermöglicht eine nicht invasive Verabreichung über die Augen.

  • Schnelle Aufnahme über die Bindehaut
  • Einmaldosierer mit 0,6 ml (ca. 22 Tropfen)
  • 96 % der Tierhalter bewerten die Anwendung als einfach oder sehr einfach
  • Keine Vorbereitung nötig – kein Abmessen, kein zusätzliches Material

Wirkung und Anwendung

Je nach Gewicht des Hundes werden 1 bis 8 Tropfen, verteilt auf beide Augen, verabreicht. Der erste Brechreiz setzt meist nach etwa zehn Minuten ein. Die Wirkung ist kurz und gut kontrollierbar: Zwischen dem ersten und dem letzten Erbrechen liegen durchschnittlich 16 Minuten, rund 90 Prozent der Hunde erbrechen nach 45 Minuten nicht mehr.

Bleibt das Erbrechen aus, kann nach 15 bis 20 Minuten eine zweite Gabe erfolgen. Da es sich um ein ophthalmisches Präparat handelt, gilt die Anwendung als besonders schonend und verursacht weniger Stress als injizierbare Varianten.

Hier der Link zum Faltblatt. Die dort aufgeführten, giftigen Pfalnzen sind allerdings leider nicht vollständig. Es gibt noch eine Reihe weiterer, für Haustiere potentioell giftiger Pflanzen. Wenn ein Hund oder eine Katze an einer Pflanze gefressen hat, sollte man sicherhaltshalber sofort zum Tierarzt gehen und am besten die Pflanze oder zumindest ein Foto davon mitnehmen. 

C. S.

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