Warum eine EU-weite Positivliste für Heimtiere überfällig ist

Veröffentlicht am : 21. Juni 2025
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Einleitung:
Die Haltung von Heimtieren ist in Europa weit verbreitet – doch was viele nicht wissen: Es gibt in der EU keinen einheitlichen Standard dafür, welche Tiere überhaupt als Heimtiere geeignet sind. Spanien hat zwar mit dem Tierschutzgesetz aus 2023 versucht, durch die Absicht der schaffung einer landeseigenen Positivliste in Europa voranzuschreiten. Doch leider ist eine solche Liste bisher nicht veröffentlicht worden. Auch ist ungewiß, wann diese kommen könnte. Die Vorschriften variieren stark von Land zu Land. Das sorgt nicht nur für Unsicherheit bei Haltern und Händlern, sondern auch für großes Tierleid. Eurogroup for Animals fordert deshalb: Die EU braucht endlich eine europaweit einheitliche Positivliste.

Was ist eine Positivliste?
Eine Positivliste ist ein gesetzlich verbindlicher Katalog von Tierarten, deren Haltung und Handel erlaubt sind. Im Gegensatz zu einer Negativliste, bei der lediglich einzelne Arten verboten werden, geht die Positivliste einen umgekehrten Weg: Nur Tierarten, die nachweislich für die Heimtierhaltung geeignet sind, stehen auf der Liste – alle anderen sind automatisch ausgeschlossen.

Warum ist das notwendig?
Millionen von Wildtieren – von exotischen Reptilien bis hin zu exotischen Säugetieren – landen jährlich in privaten Haushalten in der EU. Doch viele dieser Tiere haben äußerst komplexe Bedürfnisse, die selbst erfahrene Halter*innen kaum erfüllen können. Die Folgen: Fehlhaltung, gesundheitliche Schäden und ein kurzes, leidvolles Leben.
Gleichzeitig birgt der unregulierte Handel mit Wildtieren Risiken für Biodiversität, Artenschutz und sogar die öffentliche Gesundheit (Stichwort: Zoonosen).

Eine Lösung mit vielen Vorteilen
Eurogroup for Animals betont: Eine Positivliste würde nicht nur das Tierwohl verbessern, sondern auch die Arbeit der Behörden erleichtern. Sie schafft Klarheit für alle Beteiligten, reduziert illegale Aktivitäten, stärkt die Rückverfolgbarkeit von Tieren im Handel und entzieht riskanten oder unethischen Geschäften die Grundlage.

Verantwortung statt Verbote
Die Positivliste ist kein pauschales Verbot, sondern ein Instrument verantwortungsvoller Tierhaltung. Sie anerkennt, dass nicht jedes Tier – so schön oder faszinierend es auch sein mag – in einem Wohnzimmer gehalten werden kann. Auch gut gemeinte Tierliebe darf nicht über die Bedürfnisse des Tieres hinwegsehen.

Fazit:
Derzeit gleicht die Gesetzeslage in Europa einem Flickenteppich. Eine einheitliche EU-Positivliste wäre ein entscheidender Schritt zu mehr Tierwohl, mehr Transparenz und einem bewussteren Umgang mit unserer Verantwortung gegenüber anderen Lebewesen. Es ist an der Zeit, dass die EU handelt.

F.S.

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