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Feuerfische erobern das Mittelmeer

11-10-2021
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Taucher und Schnorchler sind von den an sich sehr hübsch anschaubaren Meerestieren total begeistert. Auch Aquarianer möchten sie gern in ihren Anlagen betrachten. Doch diese Fische sollte man auf keinen Fall unterschätzen.

Bei Meeresbiologen schrillen die Alarmglocken, kommt die Sprache auf die Feuerfische. Dabei sind es nicht die Stachel am Rücken der Tiere, die eine stark giftige Flüssigkeit enthalten und auch beim Menschen zu starken Schmerzen, zum Erbrechen und in seltenen Fällen sogar zum Atemstillstand führen können. Aus meeresbiologischer Sicht ist es viel schlimmer, daß sich mittlerweile zwei Arten dieser Fische in Meeresgebieten verbreiten, wo sie eigentlich überhaupt nicht hin gehören und damit zu einer Störung der Artenspezifik dieser Regionen führen. Ihrem Ursprung nach sind es ca. 40 cm lange Riffbewohner, die in den neu eroberten Verbreitungsgebieten aufgrund ihres hohen Nahrungsbedarfs durchaus zu erheblichen Schaden führen können, weil sie dort auf fast keine natürlichen Fressfeinde treffen.

Bereits um 1990 traten in der Karibik verstärkt pazifische Feuerfische auf und trieben dort ihr Unwesen. Wie der Namen schon sagt, lebt dieser Fisch eigentlich im Pazifischen Ozean und dort speziell im westlichen Teil nahe Malaysia und Japan. Die Meeresbiologen vermuten, daß die ersten Exemplare Anfang der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts von Aquarianern vor der ostamerikanischen Küste ausgesetzt wurden. Zu den Gründen läßt sich nur vermuten, daß sich die Tiere in Gefangenschaft zu stark vermehrt haben und überschüssige Exemplare einfach ins Meer entlassen wurden, nach dem Motto, was aus dem Meer kommt, kann man auch dorthin wieder entlassen. Seither sollen sich diese Fische in der Karibik, einer Explosion gleich, vermehrt haben und in diesem Zusammenhang die natürlichen Riffbewohner dieser Region weitestgehend verdrängt haben.

Mittlerweile sind aber auch andere Regionen betroffen. So wurden in der Zwischenzeit indische Rotfeuerfische, die eigentlich im roten Meer und dem indischen Ozean heimisch sind, in der Adria und im Mittelmeer gefunden. Das erste Exemplar ist bereit 1992 vor Israel entdeckt worden. Die Fische erreichen das Mittelmeer offenbar über den Suezkanal.

Angesichts der steigenden Meerestemperaturen vermuten die Wissenschaftler, daß ein Aufhalten der Invasion dieser wärmeliebenden Spezies nicht mehr möglich sei. Der Klimawandel hat, so der WWF, besonders für das Mittelmeer zur Folge, daß dieses sich aufgrund seiner Form und Größe erheblich schneller weiter erwärmen wird als die anderen Ozeane.

Nach Erkenntnissen des WWF sind mittlerweile ca. 1000 gebietsfremde Tierarten in wärmere Gewässer des Mittelmeers eingedrungen. Das blieb natürlich nicht folgenlos, denn einheimische Tierarten verloren im gleichen Maße ihren Lebensraum. Das Einwandern der Rotfeuerfische ins Mittelmeer wird vom WWF als besonders dramatisch und zerstörerisch bewertet. Da die extensive Fischerei von großen Raubfischen im Mittelmeer deren Bestand drastisch reduziert hat, haben die Rotfeuerfische kaum mit Feinden zu rechnen. Sie werden sich mit kleinen Fischen und Krustentieren, die so gut wie keine Entkommenschance haben, ernähren und dabei das biologische Gleichgewicht des Mittelmeeres massiv stören. Damit dies nicht passiert, empfiehlt das kroatische Ozean- und Fischerei-Institut in Split das systematische Bejagen dieser Fischart. Das könnte zur Folge haben, daß die Population der ursprünglichen Meeresbewohner wieder gestärkt werden würde. So soll z.B. der Tintenfisch sehr gern den Nachwuchs der Feuerfische fressen, was zur Reduzierung der Population führen könnte. Dazu wäre aber ein weitgehender Verzicht auf das Fangen von Tintenfischen erforderlich.

Da die Feuerfische jedenfalls bereits in den USA und in der Karibik Einzug in die Sea Food Gastronomie gefunden haben, weil sie einen sehr angenehmen Geschmack aufweisen, wäre auch deren Fang und Verarbeitung im Gastgewerbe des Mittelmeerraumes durchaus vorstellbar. Der Fisch an sich ist nicht giftig, nur seine Rückenflossen sind es.

T.G.

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