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Cats Karma - und kein Ende in diesem Drama

Veröffentlicht am : 12. Juli 2022

73.000 € Schulden bei Tierärzten per 21. Juni 2022. Welch ein utopischer Betrag? Was könnte man damit nicht alles anfangen? 73.000 €, das wäre beim Eurojackpot in manch einer Woche die Summe, die man in der dritthöchsten Gewinnklasse erzielen kann. Cats Karma schafft es, diesen Betrag innerhalb von höchsten einem halben Jahr auszugeben, obwohl sie wissen oder wissen müßten, daß sie dieses Geld gar nicht in der Kasse haben.

Eigentlich wäre diese Summe ein Grund, einen Insolvenzantrag zu stellen. Jeder gewöhnliche Mensch, der derartige Schulden hätte, würde diesen Schritt gehen. Nicht aber Cats Karma. Dort hat man Besseres vor. Mit herzzerreißenden Geschichten über notleidende Katzen bis hin zur Veröffentlichung ethisch kaum noch zu rechtfertigenden Horrorbilder eines Kater namens „Pollo“ mit einer riesigen offenen Wunde versucht man, die Fans von Cats Karma zum Spenden zu animieren. Immerhin hat Cats Karma bei Facebook ca. 12.500 und bei Instagram ca. 13.800 Follower. Auch wenn es sicher eine ganze Reihe gleicher Accounts bei beiden sozialen Netzwerken gibt, müßte da dennoch was gehen. Doch läuft es offenbar nicht so, wie man es sich ausgemalt hat. Cats Karma schiebt den schwarzen Peter für das rückläufige Spendenaufkommen zwar ihren Kritikern zu, doch der Hauptgrund dürfte eher in den gegenwärtig wirtschaftlich völlig unsicheren Zeiten zu suchen sein. Hat vielleicht in der Vergangenheit auch der eine oder andere Katzenfreund mit geringen Einkommen etwas davon für Cats Karma abgezwackt, macht ihn die steigende Inflation zu schaffen und diese Spenden fallen schon einmal weg. Hinzu kommt, daß es in der Vergangenheit doch mehr Menschen verstanden haben dürften, darüber nachzudenken, wem man sein hart erarbeitetes Geld anvertraut.

Das aber nur am Rande. Wenden wir uns Fakten zu, die von Cats Karma sogar selbst geliefert werden, die aber ernsthaft zum Nachdenken anregen.

In einem Artikel vom 7. Dezember 2021 haben wir an dieser Stelle berichtet, daß es sich bei Cats Karma nach deren eigenen Angaben um einen „e.V. in Gründung“ handele. Diesen Terminus technicus kennt das deutsche Recht aber nicht. Mithin ist die Benutzung irreführend, was von uns kritisiert wurde. Monate später hat Cats Karma dies offenbar, vielleicht auch auf Hinweis ihrer vielen Anwälte, erkannt und erklärt, man sei ein nicht rechtsfähiger Verein. Nun mag das stimmen oder auch nicht. Ob diese Gründung tatsächlich erfolgt ist oder ob es sich um einen „Fake“ handelt ist schwerlich nachprüfbar, weil die Gründungsvoraussetzungen sehr gering sind und kein Nachweis hierfür verlangt werden kann. Das ist ähnlich, wie bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts. In beiden Fällen sind jedoch die Vereinsmitglieder bzw. Gesellschafter für alle Handlungen persönlich verantwortlich und persönlich haftbar. Ob das allen Vereinsmitgliedern von Cats Karma bewußt ist? Die Gläubiger der o.g. Schulden könnten sich nämlich aussuchen, von welchem Vereinsmitglied sie die Zahlung verlangen können. Spätestens dann dürfte das böse Erwachen kommen.

Wenden wir uns jetzt einmal der Satzung des nicht rechtsfähigen Vereins zu, wie sie mit Stand von heute (12. Juli 2022) auf der Website von Cats Karma (www.catskarma.de) veröffentlicht ist.

Der einstige § 4, der jetzt in den § 3 der Satzung integriert wurde, beschreibt den Vereinszweck. An und für sich wäre dieser Paragraph nicht zu beanstanden, wenn da nicht der Abs. 4 wäre, der eine Konkretisierung des Vereinszwecks regelt. Auffällig, aber nicht unzulässig, ist die Reihenfolge der Aufgaben des Vereins. Die ersten beiden Aufgaben des Vereins bestehen nämlich darin, Spenden zu sammeln und Spenden zu verwalten. Nicht etwa die Hilfe für notleidend Tiere oder Ähnliches ist der Hauptzweck des Vereins, sondern das Einsammeln und Verwalten von Geld. Hierüber mag jeder denken, wie er möchte, aber auch die Reihenfolge der Aufgabenaufzählung wirft ein deutliches Bild auf die Personen, die diesem Verein gegründet haben.

Interessant ist an der Aufzählung auch die Teilaufgabe im 4. Anstrich. Danach soll Cats Karma neben Katzen auch Hunde im In- und Ausland vermitteln. Hunde – das ist neu! Und paßt gar nicht so recht zum Vereinsnamen. Hinzu kommt, daß der Verein jedenfalls für die Vermittlung nach Deutschland nach wie vor nicht über die erforderliche Genehmigung nach § 11 TierSchG zu verfügen scheint. Jeder Verein, der diese Genehmigung besitzt, macht sie auch in geeigneter Form mit Stolz bekannt, um damit seine Seriosität nachzuweisen. Bei Cats Karma fehlt bisher eine derartige Bekanntmachung, was die Vermutung zuläßt, daß eine solche Genehmigung bisher nicht erteilt wurde. Dennoch rühmt sich Cats Karma in den letzten Jahren über 2.000 Katzen vermittelt zu haben. Ein nicht unbedeutender Anteil davon ist nach Deutschland gegangen, obwohl dies hätte nicht sein dürfen. Anders offenbar die Ansicht der Damen von Cats Karma – we save cats, yes we can – wem interessieren da noch die Rechtsvorschriften?

Schaut man sich die weiteren Aufgabenpunkte an, dann kommt ganz leicht die Vermutung auf, daß Cats Karma sich gerne zum europäischen Universalverein für Katzen und andere Haustiere aufschwingen möchte. Größenwahn hat noch niemanden gut getan. Die Geschichte kennt genügend Beispiele für ein Scheitern.

  • § 4 Abs. 1 der Satzung läßt dem Verein ein Hintertürchen bei der Mittelverwendung offen, indem dort geregelt ist, daß der Verein nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke verfolgt. Aus dieser unscharfen Formulierung läßt sich jedoch ableiten, daß die Verfolgung eigennütziger Zwecke auch nicht völlig ausgeschlossen wird. Wohin dies führen kann, wird der jeweilige Einzelfall entscheiden, sofern dieser nachweisbar bekannt wird. Die weiteren Absätze dieses Paragraphen regeln zwar Einschränkungen des Vorstehenden, aber mit etwas „Geschick“ und „Einfallsreichtum“ lassen diese sich problemlos umgehen.
  • § 13 Abs. 3 steht nicht in Übereinstimmung mit § 12 Abs. 2. Wenn mindestens alle 2 Jahre eine Mitgliederversammlung durchzuführen ist, kann der Vorstand nicht für die Dauer von lediglich einem Jahr gewählt werden, da anderenfalls immer eine außerordentliche Mitgliederversammlung jedes Jahr erforderlich wäre.
  • § 15 der Satzung, die Haftung, wäre in der vorliegenden Form nur für einen eingetragenen, nicht aber für einen nicht eingetragenen und somit nicht rechtsfähigen Verein zulässig. Bei Letzterem haften nämlich alle Mitglieder mit ihrem gesamten Privatvermögen gesamthänderisch in voller Höhe der Forderung. Gesamthänderisch bedeutet, daß der Gläubiger sich ein Vereinsmitglied aussuchen kann, gegen das er seine Forderung geltend macht. Er kann sich natürlich auch 2 oder 3 aussuchen und seine Forderung in Anteile auf die in Anspruch Genommenen aufteilen. Diejenigen, die die Forderung beglichen haben, haben dann intern gegen alle anderen Vereinsmitglieder einen Ausgleichsanspruch. Nehmen wir die eingangs erwähnten Schulden von 73.000 €, so könnten die Tierärzte die Begleichung allein von einem Mitglied des Vereins fordern. Das könnte für dieses Mitglied dann zu schweren wirtschaftlichen Turbulenzen führen. Gerade die Frage der Haftung ist eines der größten Probleme eines nicht rechtsfähigen Vereins.

Auf weitere Ungereimtheiten der Satzung soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden.

Bereits in unserem Artikel vom 7. Dezember 2021 haben wir darauf hingewiesen, daß die Spenden oder vielleicht besser Betteleinnahmen auf ein privates Konto bei der Sparkasse Buxtehude gehen. Inhaberin ist Frau Sina Hoffmann. Wahrscheinlich bleibt dem nicht rechtsfähigen Verein eben gerade wegen des Fehlens der Rechtsfähigkeit nichts anderes übrig, als so zu verfahren. Die Banken tun sich in solchen Fällen mit einer Eröffnung eines Vereinskontos überwiegend sehr schwer.Da aber auf diese Art und Weise keine strikte Trennung von privatem Geld vom Vereinsgeld möglich ist, wird Manipulationen in der Verwendung damit Tür und Tor geöffnet.

Unabhängig von den vorstehenden Problemen tut sich ein weiteres Problem auf. Cats Karma bezeichnet sich nach wie vor mindestens auf seinen Facebook-Seite und der Instagram-Seite als gemeinnützige Organisation. Eine vom Finanzamt erteilte Gemeinnützigkeitsfeststellung scheint aber noch nicht vorzuliegen, weil dies bisher an keiner Stelle näher erläutert wurde. Anfragen nach Spendenquittungen werden derzeit, wenn sie überhaupt beantwortet werden, für nicht möglich erklärt. Damit stellt aber die Eigenbezeichnung als gemeinnützige Organisation eine bewußte Täuschung der Seitenbesucher dar. Der Zweck dieser Täuschung dürfte sein, daß ohne diese Angabe weniger Spenden generiert werden würden, weil die Spender auf die Richtigkeit dieser Angabe vertrauen und den Verin somit als seriös einschätzen.

Wir hatten in der Vergangenheit wiederholt die Art und Weise des Spendensammelns kritisch betrachtet. Bis ungefähr Ende Februar / März 2022 war es an der Tagesordnung, die Fans von Cats Karma mit solchen Darstellungen emotional zu lenken, wie z.B.: Wenn für diese Katze keine Spenden eingehen, muß das Tier sterben. Wenn keine Spenden eingehen, muß Cats Karma schließen und die Katzen werden getötet werden usw. Ein solches Vorgehen könnte bei der Prüfung durch ein Gericht durchaus als Nötigung angesehen werden. Nach dem vorgenannten Zeitpunkt wurden die Spendenaufforderungen etwas weniger emotional formuliert, bis zum 21. Juni 2022, als eben die offenen Forderungen von 73.000 € anstanden. Zu diesem Zeitpunkt wurde wieder mit der Schließung von Cats Karma gedroht, wenn die Schulden nicht getilgt werden können. Mittlerweile sind ca. 3 Wochen verstrichen und nichts ist zu lesen, ob und inwieweit die Schulden getilgt wurden. Cats Karma hat nicht geschlossen und die Katzen sind alle noch da. Da wir ein derartiges Szenario Ende 2021 bereits schon einmal erlebt haben, drängt sich der Verdacht auf, daß hier mit den Emotionen der Seitenbesucher ganz gezielte gespielt wird. Ob diese Schulden wirklich und in dieser Höhe angefallen sind, weiß allein Cats Karma. Es könnte also auch anders sein.

Pollo 2Mittlerweile geht Cats Karma allerdings noch einen Schritt weiter, um an Geld zu kommen. Am 7. Juli 2022 wurde auf Facebook und am 8. Juli 2022 auf Instagram zu Spenden für den Kater Pollo aufgerufen, da dieser um sein Leben kämpft. Dem armen Tier wurde sehr großflächig nekrotisches Gewebe entfernt, was zu einer riesigen offenen Fleischwunde geführt hat. Um die Dramatik noch zu erhöhen, haben die Damen von Cats Karma sich erlaubt, 3 Fotos des kranken, gerade ein Tag zuvor operierten Tieres mit der Abbildung der offenen Wunde auf Facebook und Instagram zu posten. Damit ist der bisherige Gipfel der Dreistigkeit beim Spendensammeln erreicht. So etwas macht man einfach nicht. Auch ein Tier hat seine Würde, wenngleich es selbst diese nicht verteidigen kann. Wen die Fotos von einem Tierarzt gemacht worden sein sollten oder in seiner Gegenwart zugelassen wurden, dann sind ernsthafte Zweifel an der ethischen Gesinnung des Mediziners berechtigt. Wir werden, obwohl es uns sehr schwer fällt, eines der 3 Fotos hier zeigen, damit jeder Leser dieses Artikel, der die Fotos bisher nicht kannte, weiß, was Cats Karma bereit ist, zu nutzen, um an das Geld von Katzenliebhabern zu gelangen.

Abschließend noch ein Gedanke zur Hilfe für die herrenlose Katzen. Cats Karma hat, wie oben bereits beschrieben, kaum Geld, um die Tierärzte zu bezahlen. Dennoch konzentriert man sich auf verletzte und kranke Katzen. Wir haben auf Mallorca und auch anderswo ein ganz großes Problem mit einer zunehmenden Zahl freilebender Katzen. Es ist hinreichend bekannt, daß die Population ohne dem Eingriff des Menschen weiter ansteigen wird. Die beste Möglichkeit, dem Problem zu begegnen, dürfte sein, so schnell wie möglich so viele Katzen wie nur irgend möglich zu kastrieren. Für die 73.000 € hätten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit 500 bis 1000 Katzen kastriert werden können. Damit könnten auch die an Krankheiten leidenden oder die durch Unfälle verletzten Katzen ganz erheblich reduziert werden. Eine Berichterstattung in den sozialen Medien über erfolgreiche große Kastrationsaktionen ist aber langweilig und bringt kaum Spenden ein. Für Spenden müssen lieber schlimme und möglichst hochdramatische Nachrichten her, bei denen die Leser mitfiebern können. Das scheint das Motto von Cats Karma zu sein. Wer das nicht erkennt oder erkennen möchte, der soll sein sauer erarbeitetes Geld auch weiterhin an Cats Karma spenden.

F.S.

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