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Das Eosinophiles Granulom der Katze

Veröffentlicht am : 22. November 2022

Ein Eosinophiles Granulom stellt eine der drei Erscheinungsformen des Eosinophilen Granulom-Komplexes bei Katzen dar. Es ist die namensgebende Form des Krankheitskomplexes und tritt am häufigsten auf. Eine solche Erkrankung führt zu starken Entzündungen durch eine Überreaktion des Immunsystems und in dessen Folge zu Hautveränderungen. Diese sind vor allem am und im Maul zu finden, können aber auch an anderen Körper stellen der Katzen, z.B. an den Pfoten, auftreten.

Die drei Formen des Krankheitskomplexes sind:

  1. Eosinophile Plaques
  2. Eosinophiler Ulcus
  3. Eosinophiles Granulom

Diese drei Formen können durchaus auch ineinander übergehen und dann als komplexe Erkrankung wirken.

1) Bei der Eosinophile Plaques handelt es sich um oberflächliche Hautveränderungen am Körper der Katze. Meist treten diese Hautveränderungen am Bauch oder den Innenseiten der Schenkel auf. Sie können aber auch an den Pfoten und am Hals vorkommen. Es entstehen runde, haarlose Stellen. Manchmal mit Rötungen, anfangs oft ohne.

Die Stellen können nässen und jucken meist sehr stark. Deshalb kratzen und lecken die betroffenen Katzen übermäßig an diesen Stellen. Die ständige Reizung mit der rauen Zunge führt zu immer größeren und tieferen Hautverletzungen. Ein Eosinophiler Ulcus entsteht und aus diesem schließlich ein Eosinophiles Granulom. Junge Katzen sind davon häufiger betroffen.

2 Der Eosinophile Ulcus entsteht meist an den Lippen oder dem direkten Umfeld. Die Haut ist stark verdickt und oft gelblich durch die heftige Entzündung. Er juckt oder schmerzt nicht stark, aber aufgrund des ständigen Leckens wird die Hautverletzung dennoch immer tiefer und ein regelrechtes „Loch“ (eine Läsion) entsteht. Ältere Katzen sind hier häufiger betroffen als Jungtiere.

3) Die Hauptform des Krankheitskomplexes ist das Eosinophiles Granulom, das gleichzeitig die End form der Erkrankung darstellt. Ein Granulom ist eine knotige Hautveränderung, die sich verkapseln kann. Immunabwehrzellen sammeln sich an und versuchen einen Fremdkörper abzukapseln, weil sie ihn nicht durch die vorangehende Entzündung abbauen können. Hierdurch kommt es zu einer chronischen Entzündung und Verdickung an dieser Stelle.

Das kann so weit gehen, dass es durch die dauerhafte Entzündung zu absterbenden Hautstellen innerhalb des Granuloms kommt. Es kann am Körper in Form von haarlosen, knotigen Stellen vorkommen, aber vor allem auch im Maul auf der Schleimhaut. Oft sind junge Katzen hiervon betroffen.

Zu den Ursachen der Erkrankung kann gesagt werden, daß es sich um ein Problem des Immunsystems der Katze handelt. Dieses reagiert überschießend auf einen Auslöser und Abwehrzellen sammeln sich in großen Mengen in der Haut oder meist Schleimhaut der Katze. Dort entstehen dann die oben beschriebenen Entzündungsreaktionen.

Auslöser für diese heftige Immunantwort sind meist Allergien auf Flöhe, Futter oder anderes. Es kann aber auch eine Autoimmunreaktion vorliegen, d.h. der Körper reagiert auf einen eigentlich harmlosen körpereigenen Stoff als Auslöser mit einem der oben beschriebenen Krankheitsbildern. Dies führt wahrscheinlich am häufigsten zum Eosinophilen Granulom, da das Allergen nicht entfernt werden kann und somit die Erkrankung fortschreitet.

Es gibt aber auch die Meinung, daß Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen Auslöser für ein Eosinophiles Granulom der Katze sein können, ebenso wie Traumata und erbliche Vorbelastung der Katzen. Gesichert sind diese Theorien aber bisher (noch) nicht.

Welche Symptome sind nun charakteristisch für die Erkrankung?

Zunächst unsichtbar ist die Eosinophilie der Katze, die ursächlich ist. Hierbei handelt es sich um einen Anstieg der eosinophilen Blutzellen im Blut. Dies geschieht bei verschiedenen Auslösern auch bei einer allergischen Reaktion. Die Eosinophilen Blutkörperchen werden produziert, um Allergene zu bekämpfen. Sie werden gezielt an eine Körperstelle geschickt und lösen dort eine Entzündung aus. Dies ist das Zeichen, dass dort die Bekämpfung im Gange ist. Normalerweise geht dies schnell und die Entzündung klingt wieder ab.

Beim Eosinophilen Granulom-Komplex arbeiten die Eosinophilen allerdings zu lange und zu stark aufgrund der Überreaktion des Immunsystems. Deshalb breiten sich die Entzündungen stark aus und werden chronisch. Die Haut wird immer tiefer verändert. Diese Veränderungen und Entzündungen bis in die tiefen Hautschichten jucken meist recht stark und durch das Belecken mit der Katzenzunge verschlimmert sich das Ganze weiter. Ein Eosinophiles Granulom kann beim Fortschreiten des Prozesses entstehen.

Im Maul ereignet sich Ähnliches. Nur reizt hier allein die Zungenbewegung ständig und so entstehen sehr große Granulome auf der Maulschleimhaut. Vor allem am Gaumen werden viele gelbliche Knoten sichtbar. Diese sind schmerzhaft, weshalb betroffene Katzen oft schlecht fressen oder viel speicheln.

Aufgrund des charakteristischen Erscheinungsbildes kann ein Tierarzt die Diagnose nach einer visuellen Untersuchung stellen. Zur Absicherung wird ein sogenanntes Differenzialblutbild erstellt, bei dem die verschiedenen Blutzellen unter dem Mikroskop ausgezählt werden. Hier wird die stark erhöhte Anzahl an Eosinophilen Blutzellen sehr deutlich (Eosinophilie).

Eine Eosinophilie kann allerdings auch bei einem starken Parasitenbefall auftreten, weshalb auch hierauf meist eine Untersuchung auf Parasiten gemacht wird. Ebenfalls wird eine Untersuchung der Hautzellen (Histologie) gemacht, um Krebs oder eine Pilzerkrankung sowie andere Hauterkrankungen auszuschließen. Dies geschieht im Labor. Mit allen Ergebnissen kann der Tierarzt dann eine gesicherte Diagnose stellen.

Mit der Behandlung der Katze sollte so früh wie möglich begonnen werden. Sind die Entzündungen bereits sehr stark ausgeprägt, erfolgt die Behandlung  mit Kortison zum Zurückdrängen der Entzündung, so daß die Katze sich schnell besser fühlt. Große und tiefe Hautveränderungen müssen jedoch zusätzlich über längere Zeit mit einem Antibiotikum behandelt werden.

Große Granulome im Maul müssen oftmals chirurgisch entfernt werden. Auch eine Lasertherapie kann hilfreich sein.

Parallel sollte immer versucht werden, herauszufinden, ob eine allergische Reaktion auf Flöhe oder Futter oder ggf. auf etwas Anderes vorliegt. Eine Flohbehandlung wird durchgeführt und eine Ausschlussdiät sollte begonnen werden. Bei chronischen Fällen, die nicht zur Ruhe kommen, kann eine Therapie helfen, die das Immunsystem herunterfährt. Hier ist allerdings zu beachten, dass die Katze dann auch sehr anfällig für andere Erkrankungen wird. Sie muss in diesem Fall sehr engmaschig überwacht werden.

Leider kann die Erkrankung immer wieder ausbrechen, eine dauerhafte Heilung ist nicht möglich. Deshalb sollte sich der Katzenhalter auf eine erneute Behandlung einstellen und die betroffene Katze möglichst stressarm und allergenarm halten.

Stellt sich abschließen die frage, ob man der Krankheit vorbeugen kann?

Die Ursachen sind letztlich leider nicht genau geklärt. Daher lassen sich nicht alle Auslöser abstellen. Aber vieles ist bereits als möglicher Auslöser bekannt. Somit kann zumindest auf Folgendes geachtet werden:

  • Eine wirksame und regelmäßige Flohbekämpfung und Zeckenprophylaxe
  • Sehr regelmäßiges Entwurmen
  • Hypoallergenes Futter
  • Absolute Stressvermeidung
  • Vermeidung von scharfen Putzmitteln und anderen potenziellen Allergenen in den Bereichen des Hauses / der Wohnung, wo die Katze hin gelangen kann.

Dr. C. S.

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